13.08.2011, 18:24
Hallo,
wird etwas länger - die Geschichte von heute, eine wahre Geschichte, die mal wieder mein "Bild vom verantwortungsvollen Züchter" derbe ins Wanken gebracht hat:
Ein junges Ehepaar mit zwei Kindern ist nachmittags unter den Besuchern. Sie ziehen Nüsse und füttern die Vögel. Alles "voll normal". Nach ca. 2 Stunden Aufenthalt hier betreten sie den Shop, ich hinterher mit der hier durchaus üblichen Frage: "Kann ich Ihnen helfen? Haben Sie einen Vogel?" (Manch anderer wäre bei der 2. Frage beleidigt, würde ich sie ihm stellen.) Die beiden (ich schreib jetzt mal nur von den Erwachsenen) waren nicht beleidigt. Wie immer sprudelte es los: Menschen freuen sich, wenn sie von ihrem Vogel erzählen können und jemand geduldig zuhört und auch noch nachfragt. Ich machte mich auf einen längeren Aufenthalt im Shop gefasst.
Nach einer Stunde Gespräch hatte ich dann folgendes erfahren: Die beiden hatten genau von dem Züchter, von dem wir vor 25 Jahren unseren ersten Graupapagei gekauft hatten, eine kleine Amazone gekauft, eine sehr seltene Amazone. Beim Kauf war sie vier Wochen alt - jetzt ist sie 10 Wochen alt. Ja, sie lebt noch alleine, der Züchter wollte ihnen zwar einen Baby-Gelbbrustara gleich mit dazu verkaufen (die beiden saßen zusammen in der Wärmekiste und würden sich sehr gut vertragen) aber die Frau hatte Befürchtungen, dass die 92qm-Wohnung später für den Gelbbrustara zu klein werden könnte. Daher hat der Züchter ihnen angeboten, doch einen Graupapagei dazu zu kaufen. Ein Pärchen säße gerade auf einem Gelege und da könnten sie in wenigen Wochen einen kleinen Graupapagei dazu nehmen. "Erfahrungen" mit der Handaufzucht hätten sie dann ja auch schon!
Mir platzte mehrmals innerlich die Hutschnur. Dieser Züchter wohnt in unserer Nähe. Er kommt häufig zu Besuch. Beim nächsten Besuch muss er sich "warm anziehen", da bekommt er eine mehr als kalte Dusche (auch wenn bis dahin schon der Sommer "angefangen" haben sollte
).
Ich bin mehr als enttäuscht und unheimlich wütend - stirbt diese "Spezies" Züchter denn niemals aus? Wie kann man solche Kaufberatungen mit seinem Gewissen vereinbaren? Ich bin sehr traurig, dass es Menschen gibt, für die der Papagei nur eine "Ware" ist. Am meisten bin ich sicher enttäuscht von meiner "Menschenkenntnis", denn ich habe diesen Züchter mal als "Freund" bezeichnet. (Na ja - man wird eben alt wie 'ne Kuh und lernt immer noch dazu!)
Viele Grüße
Susanne
wird etwas länger - die Geschichte von heute, eine wahre Geschichte, die mal wieder mein "Bild vom verantwortungsvollen Züchter" derbe ins Wanken gebracht hat:
Ein junges Ehepaar mit zwei Kindern ist nachmittags unter den Besuchern. Sie ziehen Nüsse und füttern die Vögel. Alles "voll normal". Nach ca. 2 Stunden Aufenthalt hier betreten sie den Shop, ich hinterher mit der hier durchaus üblichen Frage: "Kann ich Ihnen helfen? Haben Sie einen Vogel?" (Manch anderer wäre bei der 2. Frage beleidigt, würde ich sie ihm stellen.) Die beiden (ich schreib jetzt mal nur von den Erwachsenen) waren nicht beleidigt. Wie immer sprudelte es los: Menschen freuen sich, wenn sie von ihrem Vogel erzählen können und jemand geduldig zuhört und auch noch nachfragt. Ich machte mich auf einen längeren Aufenthalt im Shop gefasst.
Nach einer Stunde Gespräch hatte ich dann folgendes erfahren: Die beiden hatten genau von dem Züchter, von dem wir vor 25 Jahren unseren ersten Graupapagei gekauft hatten, eine kleine Amazone gekauft, eine sehr seltene Amazone. Beim Kauf war sie vier Wochen alt - jetzt ist sie 10 Wochen alt. Ja, sie lebt noch alleine, der Züchter wollte ihnen zwar einen Baby-Gelbbrustara gleich mit dazu verkaufen (die beiden saßen zusammen in der Wärmekiste und würden sich sehr gut vertragen) aber die Frau hatte Befürchtungen, dass die 92qm-Wohnung später für den Gelbbrustara zu klein werden könnte. Daher hat der Züchter ihnen angeboten, doch einen Graupapagei dazu zu kaufen. Ein Pärchen säße gerade auf einem Gelege und da könnten sie in wenigen Wochen einen kleinen Graupapagei dazu nehmen. "Erfahrungen" mit der Handaufzucht hätten sie dann ja auch schon!
Mir platzte mehrmals innerlich die Hutschnur. Dieser Züchter wohnt in unserer Nähe. Er kommt häufig zu Besuch. Beim nächsten Besuch muss er sich "warm anziehen", da bekommt er eine mehr als kalte Dusche (auch wenn bis dahin schon der Sommer "angefangen" haben sollte

Ich bin mehr als enttäuscht und unheimlich wütend - stirbt diese "Spezies" Züchter denn niemals aus? Wie kann man solche Kaufberatungen mit seinem Gewissen vereinbaren? Ich bin sehr traurig, dass es Menschen gibt, für die der Papagei nur eine "Ware" ist. Am meisten bin ich sicher enttäuscht von meiner "Menschenkenntnis", denn ich habe diesen Züchter mal als "Freund" bezeichnet. (Na ja - man wird eben alt wie 'ne Kuh und lernt immer noch dazu!)
Viele Grüße
Susanne